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Interview

Achtsamkeit als innere Haltung: Wolfgang Elija Kaschel im Interview mit Mystica TV

Warum starre MBSR-Kopien ausgedient haben und wie eine zeitgemäße, herzzentrierte Ausbildung in die echte Selbstergründung führt – ein Gespräch über den Wandel der Achtsamkeitsszene.

Selbstergründung und Originalität statt Austauschbarkeit

Achtsamkeit ist kein theoretisches Konzept, das man auswendig lernt, um es danach wie eine Schablone an andere weiterzugeben. In unserem Wirken stellen wir fest, dass die klassische, oft sehr technische Vermittlung von Achtsamkeit an ihre Grenzen stößt. Wenn Trainer lediglich zu Kopien ihrer eigenen Ausbilder werden, geht die lebendige Authentizität verloren.

Im KOKON – Raum zu erblühen setzen wir radikal auf Selbstergründung und Selbstfindung. Unsere Methode zielt darauf ab, selbstbewusste Menschen zu begleiten, die Achtsamkeit nicht bloß als Werkzeug anwenden, sondern sie als ganz natürliche, innere Haltung verkörpern. Erst aus dieser eigenen Tiefe heraus entsteht ein unkopierbarer, zutiefst wirksamer Lehrstil, der Klienten im Kern berührt.

HIER DAS INTERVIEW:

Auf der Suche nach dem wahren Selbst: Ein Gespräch über Achtsamkeit und Bewusstsein im Interview für das Mystika Magazin, mit Thomas Schmelzer vom 08.08.2026

Thomas Schmelzer:

Achtsamkeit, Bewusstsein, Meditation, Erwachen, gar Erleuchtung. Diese Themenbereiche schauen wir uns jetzt an mit einem Gast, den ich relativ spontan entdeckt habe. Ich meine, es gab ihn vorher schon, aber schön, dass er jetzt hier ist. Und das ist der Wolfgang Elija Kaschel. Ich grüße dich. Hallo, herzlich willkommen.

Wolfgang Elija Kaschel:

Vielen Dank. Dankeschön.

Thomas Schmelzer:

Ich freue mich sehr auf dich. Und wir haben beide schon gesagt, wir lassen uns überraschen, was jetzt geschieht im Gespräch. So darf das sein. Und meistens werden das ja die spannendsten Gespräche und da wünsche ich euch viel Freude. Ja, ihr Lieben, Hallo Wolfgang. Hallo Elia. Das ist ein Doppelvorname. Wir haben vorher schon darüber gesprochen. Elia ist mehr so ein bisschen der Spirit Hölle Name, Wolfgang, dein Ursprungsname, aber beides ist in Einklang und du bist eigentlich schon lange tätig, begleitest viele Menschen auf ganz tiefen Bewusstseinswegen und hast vorher die Welt bereist und spirituelle Welten bereist, hast sehr viel Erfahrung. Und ich muss dazu sagen, manchmal bekomme ich ja, also ich bekomme eigentlich sehr viel E Mails von euch. Vielen Dank noch mal. Ich freue mich über jede E Mail. Bitte hab Verständnis, dass ich nicht immer sofort antworte. Da hat es auch eine Weile gedauert, aber ich habe nur die E Mail gesehen, hab kurz gegoogelt, dachte, interessant, den muss ich einladen. So spontan geht es dann auch manchmal. Und jetzt bin ich einfach sehr, sehr gespannt auf dich und freue mich, dass du hier bist. Wie würdest du in wenigen Worten dein Wirken beschreiben?

Wolfgang Elija Kaschel:

Also mein Wirken ist eigentlich etwas, was ich so beschreiben würde. Es kommt aus der Stille heraus, aus dem, was ich für mich selber gefunden hab. Versuche ist, versuche ich über mein Sein zu wirken und das Tun, das geschieht dann aus dem Sein heraus. Es ist eine sehr kontemplative Art zu wirken. Es ist etwas, was vielfältige Wirkungen hat, weil ich eigentlich nur das Medium dafür bin. Ich bin eigentlich nur das Werkzeug dafür. Und das habe ich eigentlich schon mit Kinderjahren gemerkt, dass da etwas da ist, was nicht gemacht ist, was ich auch nicht erwerben hab müssen oder was ich irgendwie anlernen hab können, sondern dass es einfach da ist von Haus auf schon. Ich habe als Kind schon ganz andere Interessen gehabt wie andere Kinder. Und zwar habe ich zum Beispiel, wie ich so lesen gelernt habe, sehr viel Zeit auch bei meinen Großeltern verbracht und meine Zeit war dann meistens entweder in der Natur herumstreifen, das machen viele, aber ich habe auch Lesestoff gehabt, der ganz anders war. Also ich habe mich zum Beispiel sehr, sehr oft in diesen Gelegenheiten, wenn ich bei meinen Großeltern war, auf dem Speicher sitzen sehen mit Tauben, auf so einem richtigen Hügel mit Getrei und hab da vom Sonnenlicht bestrahlt mit diesen Tauben da oben den Talmud gelesen und das Alte Testament, das waren meine ersten Geschichten. Helden sagen deutsche, Helden sagen germanische Homer, also Odysseus, diese Geschichten, Savitri, das waren eigentlich meine Sachen, die ich dann nicht unbedingt, als ich mit dem Lesen angefangen habe, aber das hat sich dann da hineinentwickelt und ich habe dann gemerkt, das waren Dinge, wo ich Interesse gehabt habe. Ich habe das gehört und gelesen und was ist das, das möchte ich gerne und auch zur Überraschung meiner Eltern dann oft und gesagt, was ist das? Auch die Musik war ganz andere, die Richtung. Das war überhaupt nicht zeitgemäß, das was alle gehört haben, sondern es waren ganz andere Jethro Tal und solche Geschichten. Das waren meine Sachen. Und ich habe da gemerkt, dass ich auch zum Beispiel so Dinge gehabt habe, dass ich voraussagen konnte, wann mein Großvater stirbt, solche Sachen. Also das war auch schon da. Zwei Tage vorher habe ich das meiner Mutter gesagt hab, der wird jetzt dann sterben, unser Großvater, also dein Papa hat sich gesagt, was soll das, Der ist jetzt in Pension gegangen, der ist 66 Jahre vorgestern, letzte Woche in Pension gegangen. Wir haben noch gesungen, jetzt fängt das Leben an und dann liegt der mit dem Herzinfarkt im Bett drin. Also es war dann tatsächlich auch solche Sachen und dieses Gespür für Zusammenhängeerkennen, das war eigentlich schon immer da. Und das ist etwas, was ich dann eigentlich nie verloren habe, aber in den Hintergrund gestellt habe in meiner späteren Zeit dann als Jugendlicher und als Erwachsener.

Thomas Schmelzer:

Hast du da als Kind auch Gesprächspartner gehabt zu diesen Themen?

Wolfgang Elija Kaschel:

Nein, ich war da sehr allein. Ich war sehr jemand, der sehr auch ausgesondert wurde, sich selber auch ausgesondert hat natürlich und sich als Einzelgänger da ein bisschen durchgeschlagen hat, mit wem ich mich ausgetauscht habe. Das war die Natur, das war eigentlich schon immer da. Ich habe sehr viel mit Eidechsen gesprochen, mit solchen Dingen, mit Tieren mit Vögeln. Ich habe mir extrem, ich glaube, es gab damals keinen Vogel, den ich nicht gekannt hätte am Ruf oder an dem Aussehen oder am Flug. Das waren schon immer so Dinge, die dann später alle wieder eine Wirkung gehabt haben, weil ich damals auch zum Beispiel mich auch schon immer so hingezogen gefühlt habe, nicht nur zur Natur, sondern zum Beispiel auch zum Fliegen. Die Gebrüder Wright war so mein Ding. Und in Träumen nachts bin ich immer geflogen, immer. Und habe dann später gemerkt, dass das sich Beschäftigen mit dem Fliegen etwas mit dem Panoramabewusstsein zu tun hat, dass das was damit zu tun hat, dass man einen höheren Blick hat über die Dinge drüber und selbst nicht nur auf anderes, sondern auf sich selber auch. Und viel später, als ich dann schon in einer Firma tätig war, jetzt einen Sprung mal zu machen, ich habe dann am Ende 5 Jahre als Leiter. Unternehmenskommunikation war ich tätig, vielleicht noch dazwischen.

Thomas Schmelzer:

Pubertät ist ja auch oft so ein Einschnitt, Da geht wieder alles ein bisschen zusammen. Das normale Leben und kämpfen wollen. Wie ging es dir da in dieser.

Wolfgang Elija Kaschel:

Das hatte ich eigentlich nicht. Ich hatte das nie mit dem Kämpfen.

Thomas Schmelzer:

Ich auch nicht übrigens.

Wolfgang Elija Kaschel:

Genau.

Thomas Schmelzer:

Wir haben einiges gemeinsam, haben wir schon festgestellt.

Wolfgang Elija Kaschel:

Genau. Ja genau. Ich hatte meine Schwierigkeiten in Kontakt mit Beziehungen als Jugendlicher. Ich auch, weil ich gemerkt habe, ich habe, also man könnte jetzt sagen, hohe Ansprüche an Beziehungen gehabt, aber ich hatte nie so dieses, ich konnte sofort erkennen, wann es hier Zuneigung geht, wann es hier einen Handel geht. Du gibst mir was, dafür bekommst du was. Und das war nicht meine Art, mich mit Menschen auseinanderzusetzen, in den Kontakt zu treten. Deswegen hat es auch relativ lange gedauert, bis ich wirklich eine Freundin gehabt habe und die erste war dann eine Amerikanerin. Und es ging dann auch rucki zucki ganz schwer auseinander, weil die mir, während ich zu meiner Grundausbildung gefahren bin mit dem Zug, habe ich sie zufällig getroffen und dann sagt sie mir, nächste Woche müsste sie abreisen, hat mir das auch verschwiegen gehabt, weil ihr Vater wieder nach Amerika versetzt wird. Und dann war das auch rucki zucki wieder auseinander. Und das war schon, da habe ich dann so meinen ersten Dämpfer auch erhalten und oh, okay, jetzt habe ich mal endlich jemanden, wo es wirklich gefunkt hätte, wo es wirklich gepasst hätte, auch von dem, wo es dann nicht dieses überschwängliche, Begeisterte ging, sondern wirklich eine innige Beziehung. Und dann ging das so auseinander und dann war lange Zeit nichts. Und dann habe ich einfach gemerkt, okay, beschäftige dich mit anderen Dingen wieder, geh wieder zurück zu Spiritualität, zu diesen Themen.

Thomas Schmelzer:

So wie wir vorher schon gesagt haben, du hast ja dann in einer Firma angefangen zu arbeiten, warst aber da wahrscheinlich schon mehr auch an Bewusstseinsthemen interessiert.

Wolfgang Elija Kaschel:

Oder da gab es zum Beispiel Situationen, wo ich gemerkt habe, ich habe dort eine Lehre gemacht als technischer Zeichner und da gab es Situationen, wo ich in diesem Großraumbüro sitze, an diesem großen Tisch, wo Mittagspause war und mich in einem anderen Bewusstseinszustand befunden habe. Und ich gemerkt habe, und da kamen auch die Worte so bei Wo bin ich hier eigentlich? Und was mache ich hier? Und hier gehöre ich eigentlich überhaupt nicht hin und hier bleibe ich auch sicher nicht mein ganzes Leben lang. Ich werde hier ganz woanders gebraucht und das ist überhaupt nicht mein Ding hier. Aber es war offensichtlich nötig, irgendwo hinzukommen, dann sich weiterzuentwickeln.

Thomas Schmelzer:

Pass auf, verrückte Parallelen. Ich war Bauzeichner und mir ging es genauso, OK Klammer zu. Sehr, sehr witzig. Die Parallelen, die war auch Du hast es durchgezogen.

Wolfgang Elija Kaschel:

Und danach hat mich dann mein Ausbilder gefragt, der Chef von der Abteilung Weißt du, Wolfgang, du hast aber keinen Spaß an der Arbeit, oder? Dann habe ich gesagt und auch nie gehabt die drei Jahre. Da habe ich gesagt nein, eigentlich nicht. Gut, dann kannst du trotzdem bleiben, wenn du willst, aber wirst schon wahrscheinlich dann auch woanders hingehören und was anders machen wollen. Und dann hat es Geh, mach Marketing, mach Werbung, mach Unternehmenskommunikation, Außenauftritt, Innenauftritt, Corporate Design und und und. Mach das alles für uns, weil da gibt es gar und das weltweit am besten, weil da einige Produktionsstätten waren, Auslandsvertretungen und und und. Und ich habe mir das zugetraut und das ging dann auch ganz gut und habe das fünf Jahre lang gemacht. Und hab aber da schon gemerkt, gegen Ende hin, das war wie ein inneres Gefühl. Und da kam das wieder, was ich schon gesagt habe, was in der Kindheit schon da war, nicht nur oder auch dann in meiner Ausbildungszeit, dass ich hier nicht hergehöre. Ich wusste immer, wann etwas zu Ende ist. Und nach diesen 5 Jahren hatte ich innerlich das Gefühl, es ist was abgeschlossen, es ist was beendet, jetzt kommt ein neuer Schritt, jetzt kommt dieser spirituelle Schritt. Und in dem Moment war es dann tatsächlich so, dass sehr viel skurrile Sachen auf mich zukamen. Ich habe ein Kundenevent ausgerichtet und habe da eine bekannte Moderatorin gebucht, die durch das Kundenevent geführt hat. Und diese Moderatorin, die war extrem spirituell angehaucht und ich bin mit ihr Essen gegangen. Wir haben total privat supergut verstanden. Dann erzählt sie fahr doch mal nach Berlin. Ich habe da so eine Seherin, die würde ganz gut zu dir passen, Hör dir das mal an. Die zu sagen hat, okay, das plane ich, wenn es irgendwie passt, fahre ich dahin, dann komme ich dahin, kleines Häuschen, werde da schon reingebeten, mein geistiges Team ist schon da und sie gibt mir dann ein Buch in die Hand und für dich wäre jetzt der nächste Schritt der, dass du dich mit dem Leben eines Yogis von Yogananda auseinandersetzt. Dann habe ich mir dieses Buch mitgenommen und habe mir das gelesen. Und dann habe ich einfach gemerkt, dann kam eins zum anderen. Dann kam jemand, der uns lernen sollte auf Führungsebene, wie wir eine sehr, eine sehr unfeine, also nicht unfeine, eine nicht unbedingt populäre Art von Gehaltskürzung weitergeben sollten an die Mitarbeiter. Und der Mann hat nur vom blauen Himmel erzählt und wie schön das ist, wenn man früh einfach dankbar ist für sein eigenes Sein. Und er hat nur solche Ausdrücke und solche Dinge erzählt und eigentlich nichts über das Thema, was es eigentlich ging. Und auch mit dem habe ich mich privat sofort verstanden, gesagt, irgendwas ist da. Und er hat dann immer Mensch, schau dich doch mal genau an, was ist denn mit dir? Bist du da, wo du hingehörst? Und das Gleiche hat dann auch noch ins Private mit reingespielt. Ich war damals noch verheiratet, hab zwei Kinder gehabt, hab gebaut ein neues Haus. Ich hab eigentlich alles gehabt, was man sich vorstellen könnte. Gerade das Segelboot habe ich nicht gehabt, aber alles andere war da und auch sehr, sehr gut verdient und alles. Und hab dann einfach dieses Gefühl, irgendwas stimmt nicht, ich spiele eine Rolle, ich bin nicht auf meinem Platz, ich bin nicht ich. Und dann habe ich tatsächlich die Idee gehabt, dass ich dann eines Nachts, also ich war dann, ich habe dann jemanden kennengelernt, auch auf privater Basis, jemanden kennengelernt, eine Russin, und bin zu der hingefahren, Die war im hohen Norden und hab die Das war nur ein Online Kontakt und sie hat gesagt, wir sollten uns mal treffen. Und dann haben wir uns tatsächlich getroffen und haben uns so gut verstanden. Und die hat mir unglaublich auch auf diesem Weg weitergeholfen, weil sie zu mir auch immer wieder gesagt Du bist für etwas viel anderes, viel besseres, für ein viel höheres gemacht. Du müsstest hier raus aus dem, wo du bist. Die hat mir das immer wieder so erzählt und immer wieder so. Und es war wirklich ein sehr inniger Kontakt. Und dann bin ich nach Hause und dann kam es zu einem Abend, wo ich wirklich durchgearbeitet habe. Ich habe mich dann sehr stark in meine Firma involviert, involviert, involviert. Habe dann auch dort zum Beispiel ein Event organisiert, das war zusammen mit Managementzentrum St. Gallen. Da ging es darum, in der Firma Stabstellen zusammenzuführen und dann Unternehmensphilosophie zu bilden, also komplett, also die eigentlich corporated Identity auch zu bilden. Und da war ich auch wieder federführend mit eingesetzt und hat Leite das mit, mach das bitte mit. Und da war es damals so, dass alle zerstritten waren am Ende dieses Durchgangs dieser Veranstaltung und dann hat es nur geheißen, wir kommen zu keinem Ergebnis. Und dann habe ich damals gesagt geht ihr alle ein trinken, Macht was wollt ich, macht das. Und dann habe ich die ganze Nacht durchgearbeitet und habe ein Ergebnis rausgebracht und am nächsten Tag vorgestellt. Dann waren alle begeistert und zufrieden. Passt, so machen wir es. Dann hat aber damals mein Kollege Irgendwas passt nicht. Ich merke, dass du deine Seele verkaufst an diese Firma, nimm die da raus. Das ist nie gut. Und dann habe ich nicht genau gewusst, ich hab ja, ich weiß, was er meint. Ich gehöre hier auch nicht mehr hin. Diese Seele will woanders hin. Hier geht es nicht die Person Wolfgang, hier geht es die Seele. Und der nächste große Schritt war dann eigentlich und damit runde das jetzt ab, dann kannst du wieder ein bisschen weitermachen, wenn du möchtest, ist, dass ich dann eines Nachts tatsächlich in meinem Bett gelegen bin. Und dann habe ich, nachdem ich die ganze Nacht durchgearbeitet habe, bin dann trotzdem noch ins Bett gegangen und habe nur ein Rauschen gehabt im Ohr, in beiden Ohren und eine Stimme, die zu mir gesagt Hör auf, du gehst morgen in deine Firma kündigst und du musst auch von zu Hause weg und fürchte dich nicht. Das war die Stimme, die da kam. Und ich habe mir gedacht, das war so eindringlich, dass ich gesagt hab, dem muss ich folgen. Es hat noch geheißen, wenn du jetzt nicht gehst, dann stirbst du, Dann wirst du krank und stirbst. Und dann hab ich okay, dann muss ich dem folgen. Da gibt es nichts drüber. Es geht nicht so krass. Es ist so schwierig. Es ist. Und dann habe ich das so mitgeteilt, hab Ich brauch acht Wochen Auszeit in meiner Firma. Hab gesagt, ich möchte erst jetzt mal mit unbezahltem Urlaub sehen, was los ist. Irgendetwas stimmt nicht. Ich habe das Gefühl, ich muss hier weg. Ich muss einfach was anderes erleben. Und dann habe ich das gemacht. Dann bin ich zu Hause. Auch habe ich Ich brauch acht Wochen. Autos sind natürlich aus allen Wolken gefallen. Wieso? Wo bist jetzt du? Weg? Familie, Hallo, Das geht gar nicht. Meine Eltern auch in dem Ort gewohnt. Was machst du? Spinnst du? Dann habe ich Nein, ich muss hier raus. Ich muss einfach was anderes. Ich muss mich selber finden. Selbstfindung. Ich habe mir dann im Nachhinein gedacht, so ein bisschen wie Buddha auch Buddha, der dann einfach oder der einfach aus dem Haus verschwunden ist. Ich muss hier raus.

Thomas Schmelzer:

Eigentlich alles gehabt, aber war dann doch wie ein Gefängnis.

Wolfgang Elija Kaschel:

Genau, ich muss hier einfach. Genau. Und dann habe ich das gemacht und dann habe ich meinen persönlichen Jakobsweg durch Österreich gemacht. Meine Schwester hat in Rosenheim gewohnt, zu der bin ich dann hingefahren als erstes, habe nicht gewusst, wo ich hinfahren soll. Ich habe einfach nur den Rucksack hinten in mein A reingeschmissen und bin losgefahren. Ich weiß noch nicht, wo ich hinfahre. Und dann hat mich der Weg nach Österreich geführt. Eigentlich etwas, was ich schon immer wollte, weil mir Österreich immer schon näher gestanden ist, wie Bayern, da wo ich aufgewachsen bin. Ich weiß nicht, an was es liegt, nicht an den Bergen. Es ist einfach irgendein Gefühl da zu diesem Land. Ich kann es nicht sagen. Und zu Wien ganz speziell. Mich hat es dann sehr viel nach Wien gezogen, nach Klagenfurt gezogen und habe da auch wieder unglaublich schräge Sachen erlebt. Also eine Sache gleich im Anschluss war dann zum Beispiel, dass ich barfuß durch Villach gewandert bin und hab dann Bücher angeschaut, bin in der Bibliothek, also in der Bücherei gegangen, also in ein Buchgeschäft gegangen und wollte dieses Buch bezahlen, das ich da gefunden habe. Und dann war die Kasse kaputt, wie ich hingehe. Vor mir ist sie noch gegangen und dann bin ich weiter und hab Wir haben aber unten noch eine. Dann bin ich runtergegangen und wie ich runtergehe, stelle mich wieder an und wieder an dem Moment, wo ich dran komme, ist die Kasse wieder kaputt. Und dann habe ich das Buch nicht kaufen können. Und dann habe ich gedacht, lege ich es wieder ab. Und dann habe ich mich ein bisschen interessiert dafür und hab Was ist das jetzt? Hat es mit mir zu tun oder nicht? Oder was ist das jetzt? Und dann habe ich herausgefunden, es hat mit Energie zu tun, es hat was mit Groll zu tun, es hat was mit Wut, mit Trauer, mit diesen Sachen zu tun, dass man dadurch die elektronischen Geräte stören kann, dass man dadurch in der Schwingung etwas hineinbringt, was dann in dem Moment sich nicht verträgt.

Thomas Schmelzer:

Hat das Buch dann etwas in dir ausgelöst auch?

Wolfgang Elija Kaschel:

Aber auch diese Traurigkeit, meinen alten Part verlassen zu müssen, das war noch viel stärker wie das Buch.

Thomas Schmelzer:

Also es war schon ein ganz schönes Stück Arbeit, dich wirklich zu lösen.

Wolfgang Elija Kaschel:

Absolut.

Thomas Schmelzer:

Von diesen vielen alten, ja auch angenehmen Gegebenheiten. Aber der innere Ruf war halt stärker.

Wolfgang Elija Kaschel:

Der war stärker, ja genau. Und was auch passiert ist, das ist jetzt sehr privat, was ich da erzähle,

Thomas Schmelzer:

Bitte gern, aber nur, wenn du es

Wolfgang Elija Kaschel:

erzählen willst, in Jugendjahren und in meiner Pubertät und auch in meiner Ehe eigentlich sehr zurückgezogen im Hinblick von Beziehungen knüpfen. Das habe ich ja vorhin schon erzählt. Und als ich wirklich mich aufgemacht habe, war plötzlich offensichtlich auch energetisch etwas offen, ein Tor offen. Und ich habe dann in einer Zeit von also in dieser Zeit der acht Wochen in Wien. Und dann darauffolgend noch innerhalb von einem Jahr, ich glaube, acht verschiedene Frauenbekanntschaften gehabt, die sehr tief gingen. Und die haben sich alle angefühlt wie ein Abarbeiten von verschiedenen Leben, von karmischen Stationen. Manchmal waren sie nur Tage, manche waren Wochen, manche Monate. Und das war unglaublich. Einmal ging es ums Thema Finanzielles, dann ging es ums Thema Verlassen werden, dann ging es das und auch die tiefgründigen Gespräche dazu, die da stattgefunden haben. Ich bin mir vorgekommen, wenn ich im Schnelldurchlauf irgendetwas nachhole oder irgendetwas abwickle, damit ich dann wieder woanders hinkommen kann.

Thomas Schmelzer:

Ist aber spannend. Das heißt hier, oft erlebt man ja auf seinem Bewusstseinsweg verschiedene Erfahrungen, Erkenntnisse. Bei dir ist dann viel über Beziehung geschehen in tieferen Prozessen, jeweils mit einer Partnerin.

Wolfgang Elija Kaschel:

Ja, genau. Also der erste Schritt war eigentlich ein äußerlicher und dann später kam es erst zu diesen innerlichen Schritten, wie es halt oft so ist. Genau.

Thomas Schmelzer:

Ich habe dann scheinbar nur das Äußere, aber eine Anziehung ist ja trotzdem da.

Wolfgang Elija Kaschel:

Das gehört ja auch zusammen, außen und innen. Aber offensichtlich war es bei mir wichtig, erstmal das auszuführen. Und dann habe ich zum Beispiel auch in der Klagenfurter Gegend mal bei einer Ich sitze in Klagenfurt bei McDonald's und da kommt eine Frau mit einem T Shirt, so ein Adler T Shirt, setzt sich zu mir her, schiebt man einen Zettel her und geht wieder. Ich lese den Zettel, steht drauf, ich soll mich mal bei einer Dame melden, die hier in der Nähe von Klagenfurt schon wartet auf mich und das ist eine Energetikerin und Schamanin und so weiter. Dann fahre ich dahin, nimm den, hab mir die Adresse aufgeschrieben, Na wie, fahr dahin. Dann fahre ich dahin, ist so eine lange Einfahrt. Dann steht der Mann im Gar und rechter Ah, der Wolfgang kommt, der Wolfgang kommt, ich kenne den Mann nicht. Und dann bin ich dahin Und dann hat sie auch mich so begrüßt, wie wenn Sie mich mit Namen schon kennen. Dann haben wir energetische Arbeit gemacht und dann hat sie das Erste, was sie mir gesagt Wir müssen mal gucken. Der nächste Schritt ist, dass du ins Herz kommst und raus aus dem Verstand. Dann hab ich Ich bin doch im Herzen, ich fühle, ich bin traurig, ich spüre mich doch. Nein, wenn ich ehrlich bin, bist du nicht im Herzen. Du bist nur im Kopf. Das ist eine Vorstellung von wie und was, aber nicht richtig fühlen. Und dann hat sie da Übungen mit mir gemacht und dann ging es auch schon los. Und dann war wirklich das da. Dann kam das Nächste, nicht, dass ich das durcheinander bringe. Dann habe ich eine NLP Ausbildung gemacht, NLP Ausbildung in Wien gemacht und ich komme dann noch hin, gut angezogen, fahr dahin, sehe am Trottoir vorher vor diesem Seminarhaus eine Dame mit Rasterzöpfen sitzen, Mädchen sitzen, war viel, viel jünger als ich. Ich war die 42 damals und die sitzt da und raucht da so eine Kippe rein in die Dose und so. Und ich hab irgendwie das Gefü gehabt, da muss ich mich dazusetzen, ich gehöre zu diesem Mädchen. Irgendwas haben wir gemeinsam. Ich lasse mich relativ oft führen einfach und überleg nicht viel. Und habe das damals auch gemacht. Und dann hat sich da ein total inniger, auch karmischer scheinbar Kontakt ergeben, weil wir plötzlich über Sachen geredet haben, die so klar waren innerlich, dass man gedacht Ja, das stimmt, das haben wir erlebt zusammen, obwohl wir uns nicht gekannt haben. Und dann haben wir zum Beispiel die Situation gehabt in der Mittagspause, dass wir uns in einem Café draußen gesessen haben mit einer Gruppe zusammen und dann hat sie mir ihre Hände gegeben und ich ihre. Und dann haben wir sie beide so gehalten und dann waren wir in einem anderen Bewusstseinsraum, Wir waren ganz woanders, wir waren in irgendeiner ganz anderen Epoche und und ich will jetzt da gar nicht so viel erzählen, aber alles, was wir dann erzählt haben und was wir gesehen, also wir haben das, was wir gesehen haben, erzählt uns gegenseitig und das Wetter hat dann auch dazu gepasst. Alles, was wir erlebt hatten innerlich war dann auch im Außen so. Und dann, wie sie die Hände wieder losgelassen hat, waren alle weg uns herum. Es war niemand mehr da. Wir waren alleine da gesessen, es hat zum Regnen angefangen und wir waren mitten im Regen da gesessen und haben dann Wow, was war das jetzt Geiles? Und das habe ich dann noch einmal erlebt mit dem Mädchen und dann ging es auch wieder auseinander. Das waren zweimal ganz wichtige Situationen, die ich da erlebt habe, wo ich mir gedacht Wow, also auch da das Thema andere Bewusstseinsebenen, Paralleluniversen war da immer schon da. Schon immer. Es ging immer nicht darum. Für mich ging es. Also ich habe mich dann erlebt wie so ein Bewusstseinswanderer, wie jemand, der quasi nur Ich bin mal da, mal da, mal da. Es ist alles in einer Welt und trotzdem gibt es verschiedene Ebenen in dieser einen Welt. Und das hat mich damals dann auch zum Beispiel zu dem Thema Kabbalah geführt. Ich habe mich dann auch mit der Kabbalah sehr intensiv beschäftigt, mache ich jetzt immer noch 20 Jahre lang mit diesen verschiedenen Sefirots, mit den verschiedenen Ebenen und und und habe das dann in anderen Traditionen auch wieder ge. Ein nächster Schritt war, nachdem ich mich mit Yogananda auseinandergesetzt habe, jetzt komme ich mal zum Philosophischen vielleicht auch so ein bisschen, habe ich mir gedacht, okay, was könnte ich als nächstes machen? Und dann habe ich mir Jetzt beschäftige ich mich mit Ramana Maharishi. Jetzt bin ich zu Ramana gekommen, habe das kleine Büchlein gekauft, da gibt es ein Mini Büchlein über seine Lehre.

Thomas Schmelzer:

Ich bin heißt es, ich bin genau,

Wolfgang Elija Kaschel:

ja, les das Büchlein durch. Und da hatte ich dann schon wieder eine Freundin und lese das Büchlein durch und bin total ausgetickt. Ich habe das Büchlein gelesen und habe einen Ich kann es bis heute nicht genau beschreiben. Es hat sich so angebahnt. Es ist wie wenn da so ein Kochtopf hochkommt und dann hat es geblubbert. Und dann habe ich geschrien und habe mich selbst teilweise auch wirklich gedrückt und festgehalten und gestampft und im Bett liegend und habe so wie wenn du komplett durchdrehst jetzt, Aber es war eine Art Restbewusstsein da, Das das bin ich jetzt nicht. Und dann kam nach ungefähr einer halben Stunde kam so ein Gedanke von mir in mir, der gesagt Du suhlst dich jetzt gerade in deinem eigenen Leid, das bist du nicht. Und dann war Stille, komplette Stille. Und dann habe ich gemerkt, da ist noch eine Instanz da, die keine Person ist, aber die das Wissende ist, der in dem Moment erkennt, dass da ein Wolfgang austickt. Und dann, nachdem es so still war, habe ich Wow, jetzt, was ist das? Und dann habe ich mich für dieses Zeugenbewusstsein interessiert und bin dann in die Richtung, habe dann nachgelesen und und und und habe dann gemerkt, vielleicht ist das so etwas gewesen. Und eine Woche drauf habe ich einmal auf der Couch auch gesessen bei mir einfach am Sonntag. Die Sonne hat reingeschienen, es war wunderbar. Ich habe mich einfach nur ausgeruht, war im Schneidersitz draufgesessen und habe dann einen Moment gehabt, der so ähnlich war wie der von Ramana. Ich hab gedacht, ich sterbe. Ich war dagesessen und habe keine Luft mehr bekommen. Man könnte ja sagen, es ist eine Panikattacke gewesen oder ich weiß es nicht. Auf jeden Fall war ich da gesessen und habe nach Luft gerungen und habe dann einen Moment gehabt, wo ich mir gedacht Und jetzt ist es vorbei, jetzt ist Schluss. Und dann in dem Moment, wo das war, merkte ich, dass trotzdem noch irgendetwas mich belebt hat. Nicht nach außen und nicht nach innen. Es war kein Atem nach innen und außen, so wie jetzt. Du merkst ja, wenn du einatmest, wenn du ausatmest, da ist wie ein Außen und innen, aber da war nichts mehr. Es war einfach wie ein Blasebalg, der in sich bläst, in sich pumpt und es ging nichts nach außen. Und das Gefühl war dann ungefähr 45 Minuten im Nachhinein, wenn ich auf die Uhr geschaut habe und ich war nur noch dagesessen und habe mich nur noch so erlebt am Schluss mit offenem Mund so, aber komplett still, nichts, keine Bewegung, gar nichts. Und dann kam wieder dieser Atem, so wie wenn du wieder beatmet wirst, wie wenn da jemand die Maschine anschlösst oder so eine Sauerstoffmaske aufsetzt. Und dann war ich wieder hier hier. Ich war auch nicht weg, aber ich war jetzt wieder im Normal Alltagsbewusstsein. Und dann habe ich Wow, das muss auch irgendeine meditative Erfahrung gewesen sein. Im Nachhinein habe ich gedacht, naja, vielleicht ging das in Richtung Satori oder sowas. Mir gedacht OK, interessant. Und das ist ja nicht geplant gewesen. Es ist nicht irgendwie, Ich habe nicht versucht es zu wollen. Und der nächste Schritt war dann, dass ich mir gedacht habe, okay, dann möchte ich mich, dann interessiere ich mich dafür. Wieso kann man so was erleben, wenn man vorher keine Übung hat? Warum? Wo kommt das her? Dann habe ich mich mit Rückführung beschäftigt. Drutz Hardy, glaube ich heißt er, oder es gibt ein bisschen Rückführungsgeschichten. Habe das mit Büchern gemacht. Habe mich schamanische Rückführung mit Seelenrückholung beschäftigt und solchen Sachen. Habe mich dann mit Walk ins beschäftigt. Wo kommt das her? Ist das jetzt? Bin ich das gar nicht mehr? Ist der Wolfgang weg oder ist der zur Hälfte noch da? Ist da was anderes in mich eingeflossen? Hat er die Seele übernommen oder was ist da passiert? Keine Ahnung. Und habe dann okay, das ist es jetzt alles net. Was machst du jetzt? Jetzt machst du noch eine schamanische Ausbildung? Dann habe ich eine schamanische Ausbildung gemacht, Fogo Sagrado nennt sich die. Hat mit Amazonas Indianern zu tun. Ist eine brasilianische Geschichte, sehr medial. Und da wechselst du ständig die Bewusstseinsebenen bewusst. Und das machst du für andere. Das heißt also, du hast einen gegenüber, fühlst dich rein, nimmst den zu dir und lässt ihn in dich hineintreten, dann bist du der andere. Und wenn du der andere bist, dann kannst du deine gesamte Geschichte abrufen. Also wenn du nicht mehr bist, du bist dann quasi niemand in dem Moment und wirst zu jemand anderem und dann rufst du das ab und dann zeigst du das auch. Also du zeigst es, wie du dich fühlst, welche Situationen, du erzählst das und du zeigst es.

Thomas Schmelzer:

Du bist wie ein Spiegel, du bist

Wolfgang Elija Kaschel:

wie ein Spiegel, du spürst die Emotionen, du spürst das alles, du spürst die ganze Geschichte. Du sagst den Leuten Sachen, die sie teilweise gar nicht wissen, weil sie ihre Eltern erlebt haben, auch so was. Das war total faszinierend, solche Dinge zu erleben und kennenzulernen Und klärst es dann am Ende, indem du mit diesen 52 Lichtwesen aus Brasilien. Arbeitest und dann letztendlich das Ganze klärst. Es ist eine Art Klärungsarbeit.

Thomas Schmelzer:

Toll. Aber das scheint auch so ein Talent von dir zu sein, sich sehr einfühlen zu können mit dem anderen, mit der anderen, viele tiefe Prozesse erfahren zu können und auch zu switchen von einem zum anderen Bewusstseinszustand.

Wolfgang Elija Kaschel:

Es gibt im Buddhismus eine Richtung, habe ich jetzt gestern erst gelesen, die Indrasnetz. Also es gibt quasi, wir sind alle miteinander verbunden, alles ist mit allem verbunden und es ist das Netz Gottes, Indrasnetz. Und jeder Punkt, also jeder einzelne, nicht nur ein Mensch oder Lebewesen, sondern auch Dinge, Situationen sind ein einzelner Punkt auf diesem Netz, sind ein Juwel, in dem sich alles widerspiegelt.

Thomas Schmelzer:

Also ein Hologramm.

Wolfgang Elija Kaschel:

Ja, genau wie ein Hologramm. Also alles in sich spiegelt sich wider. Und wenn wir uns begegnen, dann begegnet sich immer das Ganze, begegnet dem Ganzen. Es begegnet immer alles. Das Ganze, das Eine begegnet sich im anderen wieder als etwas anderes, aber trotzdem als das eine. Und es ist nicht nur Begegnung, sondern es ist ein Finden. Es findet sich selber im anderen wieder.

Thomas Schmelzer:

Und trotzdem braucht es ja ein sehr waches Bewusstsein, das wahrnehmen zu können und auch genauer definieren zu können, was ist es da, was ich da alles wahrnehme.

Wolfgang Elija Kaschel:

Und das kannst du nur, wenn du nicht als ich durch die Welt gehst. Wenn du, wie es jetzt in Game of Thrones zum Beispiel, da gibt es eine Figur, die Aria, die hat quasi gelernt zum Niemand zu werden. Und als Niemand konnte sie dann ein jemand sein, irgendjemand oder sie könnte quasi niemand bleiben. Und nur in diesem Gefühl, glaube ich, in diesem Wissen und in dem, was da Nenn's Gnade, egal, nenn's, ich weiß es nicht, was es ist. Wenn du stiller wirst, und das ist ja das. Jetzt kommen wir zum Thema Achtsamkeit, hast du die Möglichkeit, zu diesem Niemand erstmal zu werden. Dieser Niemand ist aber nicht nichts. Der ist nicht in irgendeiner Weise. Du verlierst quasi eigentlich nur deine Geschichte, die verlierst du auch nicht, die bleibt da in diesem Leib, in diesem Körper. Aber du machst den Switch zwischen Körper und Geist und merkst, dass du eigentlich ja Geist bist oder Bewusstsein und nicht Körper. Und wenn du merkst, dass du Geist bist, dann spielt dieser Körper eigentlich die exakt gleiche Rolle wie jeder andere Körper auch. Der ist nicht besser und nicht schlechter als dieser Körper. Und du hast halt diesen Körper nun mal und das ist dein Ausdrucksmittel, dein Kommunikationsmittel, dein Fahrzeug und und und. Den gilt es auch wertzuschätzen und nicht wegzuschieben, wie es manche machen. Den Namen will ich nicht mehr und das bin ich nicht mehr. Wir bleiben das, wir bleiben das immer und auch dieser Name gehört dazu. Das ist ganz wichtig. Und wir sind aber trotzdem hinter diesem Körpergeist.

Thomas Schmelzer:

Wir sind aber vielleicht auch beides jetzt sozusagen. Im Satz wird oft überholt gesagt, nur das Absolute ist wahr, alles andere ist Illusion. Das ist ja alles andere kommt und geht.

Wolfgang Elija Kaschel:

So kann man vielleicht sagen. So kann man das sagen. Also wir sind eigentlich das Unvergängliche und das Vergängliche. Genau. Der erste Schritt ist aber quasi in den Geist zu gehen, damit du erstmal rauskommst aus dem Körperbewusstsein. Und der nächste ist dann wieder vom Berg runterzuwandern, wie Zarathustra macht und sagt, ich bin jetzt aber als Geist in diesem Körper.

Thomas Schmelzer:

Und das ist eben diese spannende Reise, die du ja wirklich Schritt für Schritt gegangen bist. Was hat dir so den inneren Antrieb gegeben, da immer weiter diese Erfahrung zu suchen? War da schon so ein Gedanke, ich will irgendwann auch anderen helfen? Oder war das erstmal nur, ich will freier und wacher werden? Oder kannst du es gar nicht in Worten sagen?

Wolfgang Elija Kaschel:

Ich kann das eigentlich gar nicht sagen, Es ist keine Motivation da. Und das hat mich sehr oft verunsichert, weil man gedacht hat, es muss doch die anderen sagen, doch, ich will so viel, ich will die Welt bewegen, ich will verändern, ich will so. Aber im Nachhinein muss ich sagen, ist es vielleicht gar nicht verkehrt, weil es eigentlich dann damit gar nicht ein Ich Wollen geht. Es ging nicht ein Mein Wille oder ich hab diese Motivation nicht. Es ist einfach da, das auszuführen, zu tun, was nötig ist und was möglich ist und was sein soll, durch wen oder durch mich. Aber von wem auch immer. Sagen wir es einfach so, Ich kann es nicht in Worte fassen. Es ist ja auch nichts forciert worden, es ist nichts geplant. Es ist auch hier jetzt, wir treffen uns jetzt hier und ich weiß, dass wir uns jetzt unterhalten und das ist wieder ein Diamant, den wir jetzt auf diesem Indrasnetz miteinander knüpfen und uns anschauen und in die Spiegel hineinschauen und uns letztlich auch miteinander unterhalten. Aber ein Zweck dahinter, der ist für mich nicht ersichtlich und er muss es auch nicht sein, aber es hat einen Zweck. Ich weiß, es ist ein tiefes Wissen da, dass es einen Zweck hat. Wer auch immer zu mir kommt, wo ich auch immer mich aufhalte, ob ich jetzt hier bin, ob ich jetzt unterrichte, ob ich jetzt privat mit jemandem rede, ob ich jetzt mit der Dame, die den Hund aus für dreht, weil ich auch einen habe, ob ich jetzt beim Einkaufen bin, beim Supermarkt, das ist immer das Größtmögliche, was passieren kann, ist diese Begegnung.

Thomas Schmelzer:

Das heißt, du bist schon einfach Kanal für das, was geschehen mag in dem Moment, oder?

Wolfgang Elija Kaschel:

Ausdruck und Kanal. Ja,

Thomas Schmelzer:

spannend. Und du hast ja gesagt, mit Rückführung hast du dich auch beschäftigt. Ich ahne schon, dass du auch in früheren Leben schon immer auf diesem Weg warst und jetzt einfach ein Treppchen weiter noch mehr in dieses Erwachen kommen darfst. Was heißt überhaupt Erwachen? Wie können wir denn erwachen? Was hilft uns dabei?

Wolfgang Elija Kaschel:

Ich glaube, dass Erwachen etwas ist, was ich mit mit Bewusstwerden eher verknüpfe, also eher aufmerksam und wertschätzend gleichzeitig zu sein, im Mitgefühl zu sein und in dieser Zeugenschaft zu sein, das ich letztendlich in dem Moment schlafen zu legen, wie es im Kundalini Yoga heißt, da heißt es nicht sterben zu lassen, sondern schlafen zu legen. Ramana hat immer von diesem Sterben gesprochen oder Anisa Goddatta und und und, aber Märklin klingt feiner, klingt feiner und letztlich ist es eher ein Zusammenfließen, dass es so geborgen ist. Ich sage mal, das Ich nenne ich jetzt einfach mal, ich nenne es jetzt einfach mal das innere Kind. Für mich ist das Ich so die Person, das innere Persona, das innere Kind. Und wenn das fein behandelt wird vom Zeugenbewusstsein, also wirklich komplett angenommen ist, so gelassen wird, wie es ist, dann ist es in etwa eigentlich das, was ich als Erleuchtung sehe, dass dann in dem Moment das Licht den Schatten aufnimmt. Schön. Ja.

Thomas Schmelzer:

Und wir sind ja immer Bewusstsein. Wir sind ja dieses große Ganze, Ob

Wolfgang Elija Kaschel:

du das dann religiös verpackst, heistisch verpackst und dann hier ist ein Gefühl, wie wenn Gott in dir das Menschenkind umfasst oder ob du das anders nennst, ob du sagst im Buddhistischen, es ist eine Leere da oder ein Feld da. Das, was im Bewusstsein stattfindet, umfängt.

Thomas Schmelzer:

Es ist egal, wie das alles ist,

Wolfgang Elija Kaschel:

ob das Formlose das Formhafte aufnimmt und zwar so, dass es keine Konflikte gibt und dass es nicht in irgendeiner Weise eine Ausnahme gibt.

Thomas Schmelzer:

Und bist du dadurch durch all diese Dinge wahrscheinlich freier geworden, lebendiger geworden? Wie würdest du sagen, hat sich dein Leben verändert im Laufe dieses Suchen und Nicht Suchens, Findens?

Wolfgang Elija Kaschel:

Und das größte Geschenk, was ich herausgefunden habe, ist Angstfreiheit. Ich kann vor nichts mehr Angst haben, weil ich letztlich das andere auch bin. Ich bin alles. Also ich kann mir nur selber begegnen. Und diese Erfahrung zum ersten Mal zu machen, ist unglaublich. Weißt du, das ist so. Also das erste Mal, wo ich die Erfahrung gemacht habe, an der Paracelsus Schule in Konstanz habe ich einen Unterricht gegeben und habe ein Hotel gebucht und habe nicht geschaut, wo es liegt. Und dieses Hotel war drei Kilometer außerhalb und es war schon nachts, wie der Unterricht zu Ende war. Taxi habe ich keins gefunden, hab mir ach Gott, das gehst zu Fuß. Und ich war früher ein extrem angstbesetztes Menschenkind, also als Jugendlicher schon und auch überall zusammengeschreckt und und versteckt. Ich hab Satan wohnt bei mir in der Wäschekammer neben mir. Also solche Geschichten. Es war echt extrem stark. Und diesen Moment zu erleben, dass ich da gesagt okay, jetzt gehe ich einfach los. Es ist stockfinster, Es hat geschneit ohne Ende. Es war ein Überlandweg. Das heißt, ich bin eigentlich an der Startstrasse entlang gegangen. Da war so ein kleiner Radweg. Du hast nichts gesehen, außer wenn die Autos vorbeigefahren sind. Und ich bin hier gegangen und ich habe zum ersten Mal das Gefühl gehabt, jetzt weiß ich, was die Zen Leute meinen, wenn sie Ich gehe, wenn ich gehe. Da ist kein Außen, da ist kein Du siehst Licht, du weißt Aber es ist nicht. Also das ist jetzt schwierig zu beschreiben. Es ist ein Es ist nichts, was außerhalb oder neben dir ist oder von dir getrennt ist. Das bist du. Du bist der Weg, du bist das Licht, du bist die Füße, du bist das Ziel, du bist das alles. Und da einfach nur zu gehen, einen Schritt neben dem anderen und einfach nur zu gehen und zu Wow, es ist egal, wie lange es dauert. Das Gefühl ist nicht da. Wie lange dauert es noch? Oder wo kommt man Kann ich an oder irgend nichts. Dann ist auch dieses Thema drin. Der Weg ist das Ziel. Auch das ist dann plötzlich mir klar. Ja, das ist hier mein Ziel. Mein Ziel ist jeder einzelne Schritt. Jedes einzelne ist dieser Schritt. Und später, wo es dann noch skurriler wurde, haben wir gedacht, wow, wie wächst sich das jetzt aus? Wo wird das noch irgendwann hinführen? Wenn ich nach Wien gefahren bin, wo ich diese Strecke schon hundertmal gefahren bin, habe ich jedes Mal das Gefühl gehabt, ich steige ein und ich gebe es ins Navi ein oder ich weiß, wo ich hinfahre. Aber jeder einzelne Meter, den ich da sehe, ist neu. Der ist nicht mehr bekannt. Wie wenn dir jemand ständig das löscht. Da ist gelöscht, gelöscht, gelöscht, gelöscht. Das brauchst du nicht mehr. Das brauchst du nicht mehr. Und das Wichtige. Und das unterscheidet dich ja jetzt oder unterscheidet mich dann in dem Fall jetzt von jemand, der jetzt dement wird, weil das kenne ich jetzt mittlerweile bei meinem Papa, der wird es jetzt langsam. Du verlierst die wichtigen Sachen nicht, wie du eine Dose aufmachst, wie jemand heißt, diese Sachen bleiben alle. Aber es ist so, wie wenn alles Unwichtige sich einfach verabschiedet und du wirklich in diesem Anfängergeist bist. Zen Geist, Anfängergeist. Und das ist was Urschönes. Keine Angst mehr zu haben, in diesem Anfängergeist zu wohnen und jedem neu zu begegnen. Nicht zu Ah, den kenne ich schon, das ist mein Nachbar, der ist jetzt so weit, der war letzte Woche auch so oder der hat dich jetzt nicht gegrüßt oder das ist die Frau, die ist so und so. Nein, oder auch meine Eltern. Ich begegne denen jetzt immer neu, immer frisch und immer neu so ein bisschen täglich grüßt das Murmeltier in diesen Filmen. Aber nicht, dass du dich bemühen musst, sondern du bist halt einfach mit den Menschen und denkst, was für ein schöner, neuer, toller Augenblick, ein neues Leben jetzt.

Thomas Schmelzer:

Ja, es ist ja manchmal so, wenn ich mit erwachten Leuchten spreche, die sagen halt genau so, ich kann gar nicht mehr groß planen. Es geht nicht. Natürlich muss man gewisse Sachen schon planen, jetzt hier die Fahrt hierher, damit du auch wirklich hier bist. Aber es plant sich eher. Es plant sich auch immer ein Tun im Nicht Tun. Ich glaube, ihr fühlt auch, aber man kann es nur erfahren. Und ich finde es immer so toll, wenn ich aus so einer Erfahrung wie von dir jetzt auch noch mal lernen darf, dass das, was ich hin und wieder in schlauen Weisheitslehrern lese, da ist schon was dran. Das ist schon faszinierend. Musstest du oder hast du trotzdem parallel auch viel meditiert, da tiefer zu gehen? Nein, Interessant.

Wolfgang Elija Kaschel:

Nein.

Thomas Schmelzer:

Okay.

Wolfgang Elija Kaschel:

Weißt du, das, was ich mache auch oder was ich weitergebe, ist etwas, dass ich sage, so wie es im Sokchain heißt, in dieser buddhistischen Lehre auch, wir gehen von der Vollkommenheit aus. Wir sind schon und das ist mein inneres Gefühl gewesen. Mich haben auch nie Lehrer, die aufbauend waren, interessiert, sondern immer die Patriarchengeschichten der Zen Meister zum Beispiel, wo es einfach immer heiß Die Südschule, die Nordschule, die Südschule sagt, es ist schon alles erledigt. Trotzdem ist was zu tun in diesem erledigt sein, weil du in dem Moment nicht übst, irgendwo hinzukommen, sondern ausübst. Du übst die ganze Zeit aus. Das war so ein Begriff, mit dem ich eigentlich nichts anfangen konnte. Wir üben jetzt Meditation, wir üben jetzt Mitgefühl, wir üben jetzt Liebe. Und bei mir ist dann konditioniert gewesen, ich muss das einüben und das ist für mich nicht möglich. Ich kann nicht Liebe einüben, ich kann nicht Mitgefühl einüben. Mancher sagt vielleicht es geht. Ich sage, ich habe nichts anfangen können damit, bis dann in mir dieses Wort Du musst ausüben sagen, nicht einüben. Du übst es aus und das machst du immer. Da gibt es keinen Moment, in dem du es nicht machst, wenn du wach bist, übst du es aus, wenn du

Thomas Schmelzer:

bewusst wach bist und auch sein willst.

Wolfgang Elija Kaschel:

Ja, aber du bist das eigentlich. Eigentlich ist es gar nicht mehr ich werde oder bin bewusst, sondern ich bin ja das Bewusstsein. Also es ist gar kein Problem machen, weil es ja eigentlich ein Seinszustand ist.

Thomas Schmelzer:

Trotzdem geschieht ja eine Veränderung insofern, dass wahrscheinlich Blockaden und Ängste und Schatten nach

Wolfgang Elija Kaschel:

und nach wegfallen, wegfallen und auch auftauchen.

Thomas Schmelzer:

Auftauchen und dann wegfallen im Idealfall. Nun fällt es aber manchen Leuten nicht so leicht, sich davon zu lösen. Was hilft da? War es für dich immer leicht oder hattest du schon auch schwierige Phasen immer wieder?

Wolfgang Elija Kaschel:

Ja, ich habe schwierige Phasen und es kommt auch immer wieder, auch aus meiner Jugend noch kommen noch Dinge hoch. Immer noch. Und das wird auch wahrscheinlich bis zum

Thomas Schmelzer:

Ende so bleiben, nach wie so eine Welle. Das merke ich auch. Ich denke, okay, jetzt habe ich es verstanden und dann kommt es wieder. Dann fühlt man sich erstmal wie ein Versager, merkt aber es ist ja irgendwie schon weicher geworden. Aber wie so eine Welle wirkt es halt erst langsam, geht langsam weg oder es kommt hoch.

Wolfgang Elija Kaschel:

Und was dann hilft, ist in dem Moment wirklich Zeuge zu bleiben, nett einzuwirken. Und was auch hilft, ist unglaublich viel Mitgefühl hineinzubringen in das Thema. Das ist das Einzige, was hilft. Und das kann sich praktisch so auswirken, dass du Gott sei Dank kann ich mir das erlauben, dass du wirklich dann, dass ich in dem Moment, wenn ich merke, heute ist ein Tag, wo wirklich Gefühltag ist, wo es etwas geht, wo ich wirklich nah am Wasser gebaut bin, wo irgendwas hochkommt und du gar nicht weißt, was und wie. Oder ich, dass ich dann in dem Moment mir erlaube, dann auch nichts zu tun.

Thomas Schmelzer:

Ja, das ist schön. Das habe ich mittlerweile auch gelernt, gar nichts. Dich einfach so lieb zu haben und okay, manchmal schaffe ich es nicht immer, dann tue ich zwar nichts, werfe mir aber den ganzen Tag vor, dass ich nichts tue. An anderen Tagen gelingt es mir schon ganz gut.

Wolfgang Elija Kaschel:

Oder sich dieser Intuition hingeben zu tun, was dann in dem Moment wichtig ist, Musik hören oder was auch immer. Und ich weiß, dass auch aus der Geschichte heraus, ich bin ja nicht unbelastet. Ich habe ja auch sehr viele Dinge erlebt, wie jeder Mensch und Zum Beispiel meine Jugendzeit, das ist etwas, was immer noch ab und zu jetzt hochkommt, sind die Geschichten, dass ich eigentlich ab dem vierten Klasse, ab der vierten Klasse, vierte, fünfte, sechste Jahre Patiente, sechs, sieben Jahre eigentlich gemobbt wurde, also psychisch und auch körperlich und psychisch in der Schule und das immer noch da ist. Da ist immer noch körperlich etwas da beim Wolfgang und ich merke, dass da ab und zu etwas getriggert oder kommt oder irgendwas da ist. Sei es, man sieht es in einem Film und spürt das, weil mittlerweile ist ja das Leben eigentlich der Lehrmeister. Es gibt nichts, was einem nichts lehrt.

Thomas Schmelzer:

Absolut. Wenn man ganz, ganz, ganz wach offen ist, kannst du überall inspiriert werden.

Wolfgang Elija Kaschel:

Genau, es ist die Dame, die jetzt gerade, keine Ahnung, vorbeifährt oder irgendwas erzählt vom Nachbarn. Das ist exakt mein Lehrmeister dann in dem Moment. Das Kind, das jetzt schreit, obwohl ich vielleicht gerade was lesen will, ist der Lehrmeister. Es ist immer das, was da ist, ist der Lehrmeister. Also eigentlich ist es Gefühl, wie wenn man die ganze Zeit als Schüler durch die Welt geht.

Thomas Schmelzer:

Jetzt erlaube ich mir mal eine freche Frage, wenn du selber sagst, du hast gar nicht viel meditiert, aber trotzdem unterrichtest du Meditation und Yoga, weil du wahrscheinlich sagst, es ist doch ein gutes Tool für Menschen, die das machen wollen.

Wolfgang Elija Kaschel:

Zum Ersten ist es wichtig, dass du es machst für die Person, also nicht für das Bewusstsein. Das Bewusstsein braucht das nicht.

Thomas Schmelzer:

Ah, interessant.

Wolfgang Elija Kaschel:

Aber für das Bewusstsein, beschreib das mal genauer. Wenn ich zum Beispiel, wenn etwas, also Meditation ist ja etwas, wo du erstmal in die Stille kommst, wo du fokussieren lernst, wo du erstmal innehalten lernst, wo du erstmal schauen lernst. Und wenn du in dem Moment schaust, dann kommen die Sachen schon hoch. Deswegen beschreiben die meisten Leute oder die Meditationslehre das immer. Da kommt jetzt nicht gleich eitler Sonnenschein und du bist jetzt da in der Glückseligkeitswolke, wenn du meditierst, sondern eigentlich machst du dich auf und öffnest du etwas in dir, dass etwas da sein darf. Du lässt diesen Eisberg unter der Oberfläche hochkommen und der schmilzt dann langsam ab. Und für dieses Abschmelzen sind die Übungen wertvoll. Das heißt also für das Bewusstsein an sich, für das, was du bist, wenn du das herausfindest, ist es nicht Wichtig allerdings kannst du über die Meditation, habe ich festgestellt, und über diesen Fokus, über dieses Innehalten, dem Näherkommen, diesem stillen Zeug.

Thomas Schmelzer:

Und es ist ja oft so, wir sind auf der einen Seite manchmal in Phasen, wo wir voll in dem Bewusstsein schon sind und dann haben wir Phasen, wo wir voll im Trauma sind, getriggert in alten Kindheitsgeschichten. Und deswegen braucht es da noch ein paar Hilfsmittel, sich dem Bewusstsein mehr zu nähern, oder?

Wolfgang Elija Kaschel:

Ja, ich finde es wichtiger, also das ist aber jetzt nur aus meiner eigenen Erfahrung wichtiger, sich mit diesem Was bin ich zu beschäftigen zuerst mit dieser Selbstfindung und diese Selbstfindung auch. Und das ist ja auch das, was ich vermittel, durchgängig über einen längeren Zeitraum immer wieder forciere, mit verschiedenen Worten, von verschiedenen Traditionen, von verschiedenen Meistern und und und und immer wieder näher bringe und indem dann Achtsamkeits und Meditationsübungen nehme, dem Körperlichen und dem Persönlichen, was dabei dann berührt wird, letztlich eine Hilfe zu bieten. Nicht umgekehrt, wenn ich sage, ich interessiere mich überhaupt nicht für Selbstfindung, ich mache das als Methode, das zu erreichen, das zu werden und und und dann glaube ich, ist sehr viel Ich mit drin und dieses Ich wird sich da nicht verschwinden. Du wirst eigentlich eher ein spirituelles Ego aufbauen und bist dann der tolle Meditierer oder der, der plötzlich den Frieden gefunden hat, aber leider halt die Ecke dann den Frieden wieder verliert, weil jemand anders kommt und und weil es immer noch ein Du gibt. Also diese Geschichten funktionieren für mich nicht. Darum ist das, was ich vermittle, Achtsamkeit und Meditation, eigentlich ein Beiwerk, das sehr wertvoll ist und sehr wichtig ist für die persönliche Schiene, aber nicht das Hauptteil. Der Hauptteil ist eigentlich die Bewusstseinsbildung und das Ausloten, wer derjenige ist, der da teilnimmt an diesen Veranstaltungen.

Thomas Schmelzer:

Toll. Und du hast schon angedeutet, du kennst viele verschiedene spirituelle Wege, warst auch viel in der Welt unterwegs, bist auch einigen Meistern begegnet. Was waren da so für dich die wichtigsten Begegnungen oder die Menschen, wo du

Wolfgang Elija Kaschel:

sagst, wow, da, das ist eine interessante Geschichte, wo du sagst, ich habe schon immer das Gefühl gehabt, ich muss nirgends hinreisen. Mir reicht es, wenn ich mit den Menschen per Video, wenn ich das anschaue, wenn ich ein Buch lese, wenn ich einen Film anschau, weil die Leute dann für mich auch nicht weg sind. Dieses Gefühl von Entfernung ich zu einem Du, das hatte ich nie. Für mich ist es so, ich habe

Thomas Schmelzer:

das schon, aber aus einem reinen Spassprinzip. Es macht einfach Freude zu reisen.

Wolfgang Elija Kaschel:

Ich hatte schon einige Einladungen aus Indien, die gesagt Komm und unterrichte uns. Und ich dann immer zu ihnen gesagt Du hast doch alles in dir, Du brauchst nicht noch einen. Der Spiegel deiner selbst ist. Mach doch das mit dir aus oder lass uns das von hier aus klären. Wir brauchen uns nicht treffen. Gar nicht. Es gibt auch keinen Unterschied zwischen Online Ausbildung und Präsenzausbildung, weil das ist das Gleiche. Es gibt auch keinen Unterschied zwischen Da gibt es eine Aufnahme, die schon abgedreht ist und da gibt es eine Live Geschichte. Da ist kein Unterschied. Wenn ich in die Aufnahme reinschaue mit diesem Bewusstsein, dass ich das Bewusstsein bin, das sich selber trifft in dem Moment, dann ist hier kein zeitlicher Unterschied. Dann ist die Relativitätstheorie ausgehebelt. Es gibt keinen Weg und es gibt kein Ich und kein Du. Es gibt kein Erreichen, Es gibt keinen Unterschied. Das gibt es nur, wenn wir zu denken anfangen und das Ich hochkommt. Dann gibt es ein Ich, ein Du. Dann gibt es einen Weg, Dann gibt es Ich kann scheitern, es kann gelingen. Das gibt es nur dann. Das hatte ich mal in einem schönen Video auch in YouTube gesehen, wo diese Einsteins Geschichte erklärt wurde, dass das eigentlich Illusion ist. Und das haben ja die Kontemplierer auch alle erkannt. Es gibt nur Gott. Der Gott trifft in sich selber. Es ist nur immer die Begegnung im Einen. Oder Karl Henz hat so schön gesagt, das ist alles ein Selbstgespräch. Megaschön mit seinem lustigen Humor.

Thomas Schmelzer:

Es ist großartig. Du erinnerst immer wieder an dieses eine, das eh schon da ist. Finde ich wirklich toll. Ja, noch mal zu deiner Biografie. Irgendwann begegnest du einer weiteren Frau, der Belinda Hagen, und ihr wart erstmal sehr miteinander verbunden. Jetzt arbeitet ihr zusammen, wirkt miteinander für die Menschen. Erzähl mal, wie ihr da zusammenarbeitet. Liebe Grüße auch an Belinda, die man auch einladen könnte. Arbeitest du hier?

Wolfgang Elija Kaschel:

Also Belinda war auch etwas, was mir zugeführt und ich ihr zugeführt wurde. Das war einfach eine richtig schöne Begegnung. Zunächst waren wir privat auch im Kontakt und waren tatsächlich auch ein Paar. Sie hat damals zu mir gefunden oder ich zu ihr gefunden, wie ich einen Unterricht gegeben habe in Dornbirn in Österreich, dort in der Schule. Und das war interessant, weil ich dort angekommen bin. Ich hatte eine lange Reise von, ich weiß gar nicht, wo ich war, Ich glaube von Gumpotskirchen bin ich nach Vorarlberg gefahren mit Zug, wurde dann mehrfach umverfrachtet. Die Geschichte ist interessant, weil damals dann der Arlberg gesperrt war und mit Bußen transportiert und und und. Dann war es tatsächlich so, dass ich glaube ich, 15 bis 20 Minuten bevor die Veranstaltung war, eingetroffen bin. Der ganze Saal schon voller Infoveranstaltungen war, voller Leute. Und ich gehe da rein in keinster Weise irgendwo erregt, aufgeregt oder irgendwie angespannt oder was. Gehe da rein, setz mich hin, trink da mein Wasser und fange zum Reden an. Und die Belinda hat gesagt, das war eigentlich der Punkt, wo sie gesagt Was ist das für ein Mensch? Mit dem möchte ich mehr zu tun haben, Das will ich auch. Dieses komplett gelassen, weil sie wussten das dann auch. Ich habe es dann erzählt, ich bin jetzt da mit dem Bus und hin und her und haben wow, und das will ich. Und dann haben wir uns näher kennengelernt und dann haben wir einfach gemerkt, es flutscht, es funktioniert. Dann hat sie die Ausbildung bei mir gemacht und dann habe ich gleich während der Ausbildung schon gesagt, ob sie Interesse hat, bei der nächsten Ausbildung in Klagenfurt mitzufahren als Assistentin. Und dann ist sie da gleich mitgefahren. Ich bin noch nicht so weit, Hab ich gesagt, doch, es gibt kein nicht so weit. Es gibt immer nur einen Weg, in dem du wachsen kannst und du bist da, wo du bist und es ist genug für das, was dir angeboten wird immer. Und dann ist sie da mitgefahren und hat sie das total toll gefunden und hat dann beim zweiten Mal keine Zeit gehabt und hat beim ersten Mal dann interessanterweise gesagt, ich weiß gar nicht, was ich dazu beigetragen habe. Ich habe doch eigentlich gar nicht viel erzählt. Und die Leute haben wir dann gesagt in dem wo ist denn die Belinda? Schade, es ist so jammerschade, dass sie jetzt nicht dabei ist beim zweiten Mal, weil sie ja eigentlich die stille Präsenz war. Und dann habe ich gedacht, na ja, das ist ja eigentlich wie Shiva und Parvati. Da ist eine Lebenskraft, da ist die Shakti, da ist die Shiva und der kann auch mal in den Mann schlüpfen, Dann ist der, der redet und tut letztendlich. Und Shiva ist dann in dem Moment die Belinda, wenn sie dort sitzt und einfach hält den Raum hält. Und manchmal ist es so, dass es dann switcht, dann ist sie die, die redet und dann bin ich Schieber und dann geht es hin und her Und dann ist es so, dass einer, der stille Raum ist, der stille Halter ist und der andere, der den Raum ausfüllt mit Information, mit Mitgefühl. Solchen Dingen scheint mir auch wirklich die

Thomas Schmelzer:

neue Zeit zu sein. Ich erlebe immer wieder kraftvolle Paare, die mit dieser gemeinsamen Energie natürlich viel mehr bewirken, den ganzen Raum halten können.

Wolfgang Elija Kaschel:

Das haben wir zum Beispiel auch erlebt bei einem, man kommt ja immer mit den richtigen Leuten zusammen beim Chuck Speziano, da hatte ich auch einen Lehrgang gemacht in Frankfurt damals mit der Frau Lanzi und so weiter und so fort. Und die machen das auch perfekt. Sie macht joining sie hält einfach. Sie versucht letztlich dieses Bewusstsein zu sein, in diesem Bewusstsein, so wie Bradscho auch oder dieser serbische Mann, den ich immer als wie so eine Art, der steht nur da und hält Raum und lässt in dem Raum geschehen. Der ist eigentlich auch dieses stille, weite Bewusstsein, in dem sich alles zeigen und auflösen darf. Und das ist Ashiva auch letztlich. Und Shakti ist letztlich die ausführende Kraft in dem Moment, die Lebenskraft. Und was wir machen in unseren Kursen ist ja das, dass wir das vorzeigen. Wir praktizieren, dass wir sind, das einer tut, einer ist und wechselhaft mal der mal der. Und die Belinda ist oft die, die letztlich auch den Raum hält, die gar nicht so viel erzählen muss, die gar nicht viel Information verteilen muss, sondern einfach nur da ist mit ihrer Liebe, mit ihrem Mitgefühl, mit dem, was da in ihrem Herzen ist. Und das ergänzt sich sehr schön.

Thomas Schmelzer:

Da gibt es auch die Mindful Academy, die ihr gemeinsam aufgebaut habt, wo er Menschen begleitet auch über Monate hinweg. Was kann man da so erleben, was geschieht?

Wolfgang Elija Kaschel:

Genau, die Mindfulness Akademie ist unsere Marke, die entstanden ist, aus dem Kokon Raum zu erblühen. Unsere Firma hatte eigentlich diesen Namen, Das

Thomas Schmelzer:

war ein schöner Name.

Wolfgang Elija Kaschel:

Genau. Wir hatten dann in der Corona Zeit ein Yoga Studio auch gemietet und wollten da mit kleinen Kursen anfangen, haben sofort gemerkt, dass wir nur Anziehung hatten für große Gruppen, nicht für kleine. Und für diese Ausbildung, da ging sofort was zusammen aufgrund dessen, weil ich ja 16 Jahre vorher schon unterrichtet habe in verschiedenen Institutionen, also Deutschland, Schweiz und Österreich und habe diese Ausbildung schon gemacht und dann habe ich eben die Belinda kennengelernt und dann haben wir das gemeinsam gemacht und haben dann erst ein Yoga Studio gegründet und haben dann nicht gewusst, OK, bleibt es der Kokon, da machen wir jetzt eine Mindfulness Akademie draus. Und dann hab ich OK, geben wir dem Ganzen den Namen Mindfulness, weil es unter Achtsamkeit relativ gut laufen kann, weil die Leute sich was vorstellen können unter Kokon Raum zu erblühen. Wir bieten einen Raum, in dem du erblühen kannst. Einen Bewusstseinsraum war unserer Meinung nach zu wenig greifbar.

Thomas Schmelzer:

Ja, viele würden sagen zu esoterisch. Es geht ja ganzheitliches, pures Leben mit allen Bereichen. Verstehe ich Wording. Aber ich verstehe, dass viele gar nicht genau das greifen würden.

Wolfgang Elija Kaschel:

Gut, ich habe einen anderen Begriff zur Esoterik. Esoterik heißt für mich eigentlich nur, ich schau dahinter absolut und nicht irgendwas Spinnerdes

Thomas Schmelzer:

oder verrücktes inneres Wissen.

Wolfgang Elija Kaschel:

Genau. Ich möchte auch die Hintergründe, ich möchte zwischen den Zeilen lesen. Das ist für mich Esoterik. So, die Geschichte war aber die, dass wir gesagt haben, okay, nehmen wir etwas Greifbares, etwas, was schon am Markt auch präsent ist. MBSR kennt jeder oder kennen viele Leute, da geht es ja auch Mindfulness und und und. Okay, dann machen wir etwas in Mindfulness Akademie, machen da unsere Ausbildung drunter, haben dann eine separate Website, machen wir das alles so. Und dann haben wir gesagt, okay, wir machen es nicht in dem Muster, wie es ich gemacht habe, indem ich einzeln unterrichtet habe und hier rumgefahren bin in den verschiedenen Instituten. Wir machen etwas Längeres, weil die Leute immer wieder gesagt Schade, dass es nach 4 bis 6 Monaten schon vorbei ist. Wir möchten gerne länger dabeibleiben, weil wir auch schon eintreten wollen ins Weitergeben und dann noch Supervision haben wollen. Wir sind zu Ende, jetzt fang an zu arbeiten und dann ist es zu Ende. Sondern es geht dann weiter. Und dann haben wir gesagt, dann machen wir neun Monate, machen was Längeres und wir machen etwas anderes. Wir machen nicht im ersten Modul gibt es buddhistische Meditation und Achtsamkeitslehre, dann gibt es christliche Kontemplation, was ich alles weitergeben kann. Ich habe die entsprechenden Weiterbildungen auch oder dann mal Sufismus und dann wird das gemacht und und und. Sondern wir machen Lebensthemen, Wir machen ein Thema, zum Beispiel Vergänglichkeit, wir machen ein Thema Vertrauen, wir machen Thema Dienen, Hingabe, solche Themen Herzöffnung, also lieben Mitgefühl und verpacken darin die Philosophien der Traditionen auch und teilen nicht mehr auf. So, da gibt es nur Methodenschulung und das Ethische fällt weg. Und das ist das, was ich auch immer wieder sagen muss. Das Wichtige und Interessante bei uns ist, dass wir das nicht mehr aufteilen und keins wegdrängen davon. Uns ist wichtig, dass die Basics da sind, dass man weiß, es geht dich selber, wer bist du, was das für Auswirkungen hat und was da in den verschiedenen Traditionen unterrichtet wird zu dem Thema, wenn du wirklich weißt, was du bist, dass du komplett in der Verbindung bist, verbunden bist mit allem, was ist, dass die Dinge leer sind nach dem buddhistischen Kontext, also nicht eigenständig entstanden sind, sondern nur im Zusammenhang entstehen, Dass diese Dinge auch geschult werden, Dass man weiß, dass man eigentlich nicht Liebe deiner Nächsten wie dich selbst, sondern Liebe deiner Nächsten als dich selbst sagen sollte, weil der andere bist du. Und in dem Moment ist es ganz anders, weil du weiß, ich bin ein Niemand, der zu jemandem werden kann und zwar zu jedem werden kann und auch werden sollte, keinen ausschließen sollte. Und das wird bei uns auch unterrichtet. Hier geht es nicht nur darum, dass ich lerne, wie ein Bodyscan geht oder wie ich hier still sitze oder wie Passana mach. Das ist alles schön und gut und wir wollen eben nicht den Weg gehen, dass ich sage, wir machen jetzt hier neun Monate Vipassana und dann findest du eine Erleuchtung darin.

Thomas Schmelzer:

Wir sind ja Körper, Geist und Seele. Jeder Mensch kommt aus einer anderen Ecke heraus und trotzdem verbinden uns Menschlichkeit und diese Werte. Und was ich auch so mitkriege, euch geht es nicht darum, dass man immer noch mehr Wissen ansammelt, sondern eher Entwissen, loslassen von dem ganzen Kram, wo wir glaubten, alles schon zu wissen. Also immer tun im Nicht Tun lernen eigentlich entleeren diese Wortspielereien. Das fühlt sich fein an, zu erblühen zu dem, was wir eigentlich eh schon sind.

Wolfgang Elija Kaschel:

Es ist auch immer ein Switch, weißt du, bei manchen wissen Leute sehr viel, da geht es eher ums Ausleeren und Weglassen und bei manchen wissen sie es nicht. Da bekommen sie über unsere Theorieschulungen dann etwas mit von den Traditionen, von den Anschauungen, die es darunter gibt und und und.

Thomas Schmelzer:

Jeder braucht was anderes. Und da gibt es sicher Leute, die schwere Probleme haben, Traumata. Könnt ihr diese Menschen auch begleiten? Wie geht er damit wenn er da jemanden.

Wolfgang Elija Kaschel:

Es ist so, dass wir eigentlich ausschreiben, grundsätzlich ist es für unter Anführungszeichen gesunde Menschen, wenn jemand in Behandlung ist, dann ist es nicht unser Fall. Möchten wir das auch nicht.

Thomas Schmelzer:

Könnt ihr auch empfehlen.

Wolfgang Elija Kaschel:

Genau, dann sagen wir, bleib bei dem, wo du bist. Und ich habe auch schon mehrere abgelehnt, Leute, wo ich einfach gesagt habe, das passt nicht. Ich habe auch schon teilweise Leute aus Kliniken, die angerufen haben und mitmachen wollten, habe ich gesagt, das finde ich nicht fein, das funktioniert so nicht. Also da ist schon ein Hinspüren da, nicht aus dem Ich heraus, das will ich nicht und das kann ich nicht oder da hätte ich vielleicht Angst davor, sondern einfach ein Hinspüren, passt das, passt das nicht. Und dann merke ich, nein, da gibt es ganz andere. Also auch für uns, die ethische Verantwortung zu haben und auch das Gefühl zu haben, was ist unser Part und was ist unser nicht, ist schon sehr wichtig. Es gibt diesen ganz klassischen therapeutischen, medizinischen Part, der hat seine Berechtigung, der hat seinen Wert und das sind Leute, die ersten dahin gehören und erst das machen sollten und dann vielleicht, wenn sie da rauskommen oder schon weg sind über dem, dann ist es ideal. Aber wenn jemand so leichte Sachen hat oder vielleicht auch früher schon mal Kontakt hat und dann wieder rausgegangen ist aus der Therapie, solche Leute kommen schon relativ häufig auch und die merken dann auch, dass man tatsächlich über das, was wir hier unterrichten oder über das, was sie da erfahren, ganz schnell zu einem anderen Verständnis über sich selber kommen und aus diesem Persönlichen rauskommen und dann schnellere Sprünge machen, wie wenn man mit dem Persönlichen arbeitet. Wir arbeiten nicht mit dem Persönlichen, wir setzen erst das unpersönlich an erster Stelle. Und wenn du das einigermaßen verstanden hast und auch verkörpert hast, dass du merkst, wow, okay, da kann ja tatsächlich was dran sein und wow, es fühlt sich plötzlich leichter an, weil die Psyche nicht mehr meinen Körper kasteit, nicht mehr im Griff hat. Das passiert, wenn du eine Ebene drüber gehst. Es gibt den Körper, die Psyche und die Seele oder Bewusstsein, wie immer du das nennen willst für uns. Und das heißt, wenn ich mich auf die Bewusstseinsebene begebe, dann ist die Psyche letztlich ein bisschen außen vor. Das heißt, die Psyche kann dann, manchmal reagiert sie sehr unwillig und sagt, das will ich nicht und hör auf mit dem Blödsinn und warum hast du das überhaupt angefangen? Haben wir auch schon gehabt. Aber da führen wir sanft rüber und erklären den Bleib bitte dran und hör da nicht drauf Und versuch wirklich in die Stille deines Bewusstseins einzutreten und da drin zu bleiben, also wach zu bleiben. Weil wenn du auf die Psyche hörst, bist du eigentlich eben schon nicht mehr wach. Eigentlich träumst du dann schon.

Thomas Schmelzer:

Und da ist natürlich dann die Meditation super Tool, denn da können wir es erfahren. Wow, da ist ja Bewusstsein immer. Das ist immer alles andere kommt und geht.

Wolfgang Elija Kaschel:

Das ist

Thomas Schmelzer:

ja wunderbar.

Wolfgang Elija Kaschel:

Die meisten Sachen, die wir unterrichten und Meditation übrigens vielleicht noch am Rande, sind sehr körperbetont, weil wir finden, es geht ja die Person, die wir begleiten. Das andere braucht man nicht. Wir brauchen für die Bewusstsein, für das festzustellen, was wir sind, brauchen wir relativ wenig Geistesschulung und wenig, also schon gleich gar nicht irgendwelche geführten Sachen. Irgendwohin sind wir an irgendeinem Traumpunkt und dann finden wir da unseren Garten und so weiter. Das sind relativ wenig Sachen, die man da drin hat, bis gar nicht. Uns ist es wichtig, so tibetisches Yoga zu machen, Szechin zu machen, Skumni zu machen, also lauter solche Dinge zu machen, die sehr einfach sind, die aber oft extrem starke Wirkungen haben. Einfach nur Körperbewegungen, Körperwahrnehmung, das, was auch eigentlich Grundlage des alten Yogas war. Die Belinda hat sehr viele Ausbildungen in der Schweiz gemacht, Yoga Ausbildungen und immer in Traditionen, die gesagt haben, eigentlich ist das, was hier Yoga gemacht wird im Westen kein Yoga. Das ist eigentlich Sport. Das ist eigentlich etwas ganz anderes. Zum Teil ist es Sport, zum Teil ist es schon auch Körperertüchtigung, zum Teil ist es auch Beruhigung und es ist etwas, was schon hilft.

Thomas Schmelzer:

Trotzdem ist natürlich jede wirklich richtig ausgeführte Yoga, jedes Asana löst schon etwas aus, ganz klar.

Wolfgang Elija Kaschel:

Aber die sagen zum Beispiel, sie haben in ihren Traditionen, schulen sie Asanas erst nach drei, vier Jahren. Vorher kommt, kommt es zu einem Körperbewusstsein. Du musst erst wissen, wie funktioniert dein Körper, wie fühlt sich der an? Bist du überhaupt mit deinem Körper verbunden? Da geht es Gelenke, da geht es ganz sanfte Bewegungen, da geht es ganz einfache Sachen. Teilweise lehren die gar keine, die bilden gar kein Yogalehrer mehr aus, weil die sagen, weil so viel verfremdet wurde. Und das nimmt bei uns, wenn wir Yoga einführen und wir haben Kundalini Yoga drin, wir haben ein bisschen Hatha Yoga auch drin ansatzweise und die tibetischen Yoga Arten, dann haben wir die alle als Achtsamkeitsübungen drin, nicht gedehnt zu sein oder vielleicht irgendwelche tollen Empfindungen oder irgendwelche Abfolgen zu machen oder etwas zu können. das geht es da gar nicht. Es geht uns wirklich darum, den Körper zu spüren, ins Körpergewahrsein zu kommen. Für mich der zweite wichtigste Punkt, einen freien, klaren, wachen Geist zu haben und einen extrem bewussten Körper, den ich habe in dem Moment. Und wenn dieser Körper dir bewusst ist, dann fließt auch die Lebenskraft wieder. Und das ist das Schöne, was man dann entdecken kann in diesen Kursen, dass da Leute kommen mit chronischen Schmerzen und nach meiner Wahrnehmung dann plötzlich die Leute aufstehen und zum Tanzen anfangen. Das ist jetzt irgendwie und ich weiß nicht warum. Und wir wissen es auch nicht. Wir wissen nur, dass es darum geht, dass sich offensichtlich das Bewusstsein ausgedehnt hat, den Menschen mitgenommen hat und dann dieser Mensch in diesem Bewusstsein sowohl Verbundenheit spürt, ganz große Annahme spürt, Liebe spürt, diese ganzen Sachen, weil das Bewusstsein ist ja dieser liebevolle Kokon, diese Nicht Form und gleichzeitig auch die Lebenskraft sich wieder harmonisieren kann.

Thomas Schmelzer:

Ja, weil die Seele und der Körper sehnen sich ja nach Gesundheit und sie streben danach. Jedes Hilfsmittel ist recht, jede Übung hilft ja.

Wolfgang Elija Kaschel:

So, wir kehren eigentlich auch zu den tantrischen Gesichtspunkten zurück. Da gibt es nur Shiva und Shakti. Shiva als stilles Bewusstsein, Shakti als Lebenskraft und die ist eigentlich gedacht in diesem Zusammenhang immer als Paar. Das heißt, die werden nie getrennt sein und beides beeinflusst sich. Wenn Shiva überschaut wird, übersehen wird, weil ich in meinem Ich bin, dann muss die Lebenskraft Knöten bilden, Verengungen bilden und dann letztendlich auch den Körper missbilden unter Anführungszeichen oder krank machen. Wenn ich aber wieder zurückkehre und das nicht mehr überschaue und merke, ich wende mich dem zu, das ich wirklich bin, das Bewusstsein selbst, das stille Bewusstsein, dann reagiert auch die Shakti, dann reagiert auch die Lebenskraft und normalisiert sich wieder. Und klärt alle diese Verfremdungen und alle diese Verfehlungen von dem, was es eigentlich gar nicht bräuchte. Das macht es über die Psyche, weil die Psyche sich auch entspannt. Die Psyche entspannt sich. Und indem die Psyche sich entspannt, sind wir bei der Gabriela Roth, der Therapeutin, Tanztherapeutin, die gesagt Wenn ich den Körper bewege, bewegt sich die Psyche. Wenn ich die Psyche bewege, bewegt sich der Körper. Und genau das passiert dann schön Wunderbar.

Thomas Schmelzer:

Und schon haben wir mehr als eine Stunde gesprochen. Totaler Free Flow. Herrlich. Vielen, vielen Dank für die Fragen. Vielleicht so als letzte Frage, Da gibt es auch auch immer ganz unterschiedliche Sichtweisen. Manche sagen, wir sind in der Wendezeit, immer mehr Menschen erwachen, da tut sich was. Andere, es war eigentlich immer schon so ein paar erwachen, ein paar nicht und so ändert sich gar nicht so viel. Was ist so deine Sichtweise?

Wolfgang Elija Kaschel:

Naja, zum ersten Mal stellt sich ja die Frage, wenn es hier eigentlich nur das eine gibt, welche anderen sind es dann? Das ist das Erste. Und das Zweite, was mir einfällt dazu ist, ich glaube, dass es so etwas für den Einzelnen komplett individuell gibt. Es gibt nicht die eine Zeit, die für alle gilt. Für mich ist es so, dass jeder zu jeder Zeit erwachen kann, weil das in ihm liegt. Das liegt an ihm. Wie ist er geprägt und wie kommt er aus der Prägung raus? Und wenn er aus der Prägung rausgibt, dann gibt es, und das hat ja auch Robert Betz mal gesagt, es gibt Zeiten, wo zwei Leute oder es gibt Möglichkeiten, dass zwei in einem Haushalt leben und einer im Himmel und einer in der Hölle lebt. Und das ist man immer noch im Kopf. Und es ist so. Ich glaube, dass es die Zeitenwende meiner Meinung nach nicht gibt, die Zeitenwende, weil die Zeitenwende etwas Fiktives ist. Es ist ein Traum.

Thomas Schmelzer:

Sehr schön, gefällt mir gut, die Sichtweise. Und zugleich ist immer alles in steter Bewegung, war noch nie anders. Und ich sage auch immer, wahrscheinlich vor 100 Jahren hat auch jeder Mensch gedacht, boah, voll die Wendezeit. Wahnsinn, was da alles passiert. Jederzeit.

Wolfgang Elija Kaschel:

Genau wie dann das ist jetzt die Weltuntergangszeit oder Aufstieg in 5.

Thomas Schmelzer:

Dimension. Demnächst können wir uns alle drauf freuen, wir wissen es nicht.

Wolfgang Elija Kaschel:

Oder jetzt kommen dann die Außerirdischen und was auch immer. Und jetzt wird dann das noch passieren und dann, das sind alles Dinge, die in den Träumen, in den Einzelnen eine Rolle spielen.

Thomas Schmelzer:

Genau, kann ja sein. Wir wissen es nicht, ob es relevant relativ irgendwo eine Rolle spielt.

Wolfgang Elija Kaschel:

Ich will das auch nicht jetzt klein machen. Ich möchte damit nur sagen, jeder lebt ja in seiner Welt und in seinem Bewusstsein. Deshalb gibt es für diese Menschen auch genau das. Wenn sie in dem leben, da gibt es eine Zeitenwende, dann gibt es für die auch diese Zeitenwende. Wenn du aber das nicht lebst, dann gibt es für dich keine Zeitenwende.

Thomas Schmelzer:

Und wer weiß, in welchen verrückten Glaubenssätzen ich mich noch befinde? Keine Ahnung. Wollen wir jetzt nicht erforschen, sondern uns daran erinnern. Es ist alles schon pures Sein. Das spüre ich da noch mal ganz stark. Und dafür danke ich dir, dass du Ganz toll. Wunderbar. Ja, also bleibt wach, erforscht das Ganze. Sind wir wirklich reines Sein oder Bewusstsein? Vielleicht können wir es nur erfahren, aber sich dem auch schon anzunähern, ist ja auch schon eine spannende Geschichte.

Alles Liebe, bis bald.

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