Unser Tagebuch aus der Welt von Achtsamkeit, Meditation und Wellness: täglich ausgewählte Artikel, kurz zusammengefasst.
11. Oktober 2026
Kurze Achtsamkeitsmeditation erhöht die Risikobereitschaft
Ein Team der University of Aberdeen ließ in zwei Experimenten mit je rund 280 Erwachsenen (online in Großbritannien, im Labor in Singapur) eine fünfminütige Atem-Achtsamkeitsübung mit einer Kontrollmeditation und einem Puzzle vergleichen. Wer zuvor meditiert hatte, ging in Risikoaufgaben (Ballon- und Bombenaufgabe) mehr Wagnisse ein; laut Modellierung lag das vor allem an einer geringeren Verlustaversion. Die Autoren betonen, dass nur eine einzelne Sitzung und nur eine Meditationsform untersucht wurden und Laboraufgaben nicht ohne Weiteres auf den Alltag übertragbar sind.
Quelle: Scientific Reports, 30. Januar 2026Zum Originalartikel →
Achtsamkeit und Selbstführung: Neue Studie zeigt Wege aus der Stressfalle
Forschende der Universität Liechtenstein untersuchten, ob ein sechswöchiges Online-Training aus Selbstführungsstrategien und Achtsamkeitsübungen (Meditation, Atemtechniken) chronischen Stress bei Führungskräften aus Liechtenstein, der Schweiz, Österreich und Deutschland senkt. Laut Pressemitteilung stiegen in der Trainingsgruppe Achtsamkeit, Resilienz und Selbstwirksamkeit, das Stressempfinden sank, in der Kontrollgruppe blieb dies aus. Rund die Hälfte der Teilnehmenden brach das Programm allerdings vorzeitig ab, und statistische Kennzahlen sowie Langzeiteffekte werden nicht genannt.
Quelle: Universität Liechtenstein via idw, 20. Juli 2026Zum Originalartikel →
Wellness-Trends 2026: Welche wirklich zählen
Der Beitrag eines Yoga-Retreat-Anbieters sieht den Wellness-Trend 2026 bei nachhaltigen, nervensystem-orientierten Praktiken wie Atemarbeit, Yin-Yoga, Meditation, emotionalem Training, bewusster Ernährung und Klangreisen. Abgeraten wird von Extremdiäten, übertriebenem Tracking von Schlaf- und Herzdaten sowie schnellen Supplement-Lösungen. Zu beachten: Der Text ist Eigenwerbung eines Anbieters, viele Aussagen sind nicht mit Studien belegt.
Quelle: Vikasa, 13. Januar 2026Zum Originalartikel →
10. Oktober 2026
Neue Studie bestätigt: Achtsamkeitsmeditation lindert Schmerzen – ohne Placebo-Effekt
Forschende der University of California San Diego untersuchten in einer Studie im Fachmagazin Biological Psychiatry 115 gesunde Probanden in vier Gruppen: Achtsamkeitsmeditation, tiefes Atmen als Scheinmeditation, Placebo-Schmerzcreme und Hörbuch als Kontrolle. Die Achtsamkeitsgruppe zeigte die stärkste Schmerzlinderung; Hirnscans deuteten auf eine geringere Synchronisation von Regionen für Introspektion und emotionale Regulation hin. Die Teilnehmenden waren gesund, ob sich die Ergebnisse auf Menschen mit chronischen Schmerzen übertragen lassen, bleibt offen.
Quelle: MBSR-MBCT Verband, 27. November 2024Zum Originalartikel →
Studie: Achtsamkeitsmeditation kann die Aufmerksamkeit in jedem Alter schärfen
In einer in eNeuro veröffentlichten Studie der USC trainierten 69 Erwachsene (18 bis 80 Jahre) 30 Tage lang täglich 10 bis 15 Minuten mit einer Meditations-App, die Kontrollgruppe hörte ein Hörbuch. Per Eye-Tracking zeigte sich, dass die Meditierenden schneller und gezielter auf relevante Reize blickten und sich teils weniger ablenken ließen, in allen Altersgruppen ähnlich. Die Fragebogen-Werte spiegelten die Verbesserungen nicht wider, und die Stichprobe war klein und der Zeitraum kurz.
Quelle: USC Leonard Davis School of Gerontology, 8. Juli 2025Zum Originalartikel →
Wirkung von Atemmeditation auf Stress und kognitive Funktionen: eine Studie mit Herzratenvariabilität und Eye-Tracking
Ein Team der University of Nottingham Malaysia verglich in einer randomisierten Studie mit 50 jungen Erwachsenen vier Wochen Atemmeditation mit Musiktherapie. Das wahrgenommene Stress-Erleben sank nur in der Meditationsgruppe, und die kognitive Flexibilität verbesserte sich. Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und Herzratenvariabilität zeigten keine belastbaren Verbesserungen. Die Autoren nennen die Beibehaltung der Praxis über drei Monate als schwierig; die Stichprobe war klein und per Convenience-Sampling rekrutiert.
Quelle: Scientific Reports, 24. Oktober 2025Zum Originalartikel →
09. Oktober 2026
Neue Studie verknüpft Achtsamkeitsmeditation mit Veränderungen der Hirnwellen, die mit Aufmerksamkeit zusammenhängen
Forschende der University of Wollongong untersuchten 42 Studierende mit kaum Meditationserfahrung. Eine Gruppe meditierte sechs Wochen lang täglich 15 Minuten, die Kontrollgruppe hörte klassische Musik. Während der Meditation sank die Alpha-Aktivität im EEG deutlich, nach dem Training fiel dieser Rückgang geringer aus, was als größere Effizienz gedeutet wird. Da sich das Erregungsniveau der Haut nicht veränderte, sprechen die Ergebnisse eher für einen aufmerksamkeitsbezogenen als für einen rein entspannenden Mechanismus. Die Stichprobe war klein und homogen.
Quelle: PsyPost, 18. August 2025Zum Originalartikel →
Meditation: Die negativen Seiten der Achtsamkeit
Der Beitrag stellt eine Untersuchung von Willoughby Britton und ihrem Team der Brown University vor. 96 Teilnehmende eines achtwöchigen Programms zur achtsamkeitsbasierten kognitiven Therapie wurden zu unerwünschten Erfahrungen befragt. 58 Prozent berichteten mindestens einen negativen Effekt, etwa Albträume oder Überempfindlichkeit, rund 37 Prozent erlebten Beeinträchtigungen im Alltag und etwa 6 Prozent hielten länger als einen Monat an. Die Häufigkeit sei ähnlich wie bei anderen psychologischen Verfahren, und viele Teilnehmende besserten sich trotzdem.
Quelle: Spektrum der Wissenschaft, 20. Mai 2021Zum Originalartikel →
Neue Forschung: Meditation verändert tiefe Hirnbereiche, die mit Gedächtnis und Emotionsregulation verbunden sind
Ein Team der Icahn School of Medicine at Mount Sinai zeichnete bei acht Epilepsie-Patienten mit implantierten Elektroden die Hirnaktivität in Amygdala und Hippocampus auf. Schon in der ersten, zehnminütigen Loving-Kindness-Meditation veränderten sich Stärke und Dauer von Beta- und Gamma-Wellen, die bei Depressionen und Angststörungen als verändert gelten. Die Stichprobe war klein und es wurde nur eine einzelne Sitzung untersucht. Meditation ersetzt laut den Forschenden keine etablierte Therapie, könnte sie aber ergänzen.
Quelle: Mount Sinai, 4. Februar 2025Zum Originalartikel →
08. Oktober 2026
Achtsamkeitsmeditation: Studie zeigt unerwartete Nebenwirkungen
Der Artikel hinterfragt das Bild der Achtsamkeit als reine Entspannungstechnik. Laut einer PLOS-ONE-Studie mit über 1.200 Meditierenden erlebten 25 Prozent besonders unangenehme psychische Phänomene wie Angst oder emotionale Verzerrungen. Eine Untersuchung der Brown University nennt höhere Werte: 58 Prozent berichteten mindestens eine negative Nebenwirkung. Gleichzeitig belegen viele Studien positive Effekte auf das Stressempfinden. Die Forschung fragt laut Artikel zunehmend, für wen Meditation geeignet ist, und fordert trauma-informierte Programme und qualifizierte Lehrende. Die Studienangaben im Artikel sind nicht im Detail belegt.
Quelle: ad-hoc-news.de, 11. Februar 2026Zum Originalartikel →
Global Wellness Summit 2026: Mind-Body-Praktiken und Neurowellness führen die Trends an
Der Beitrag fasst den Trendbericht des Global Wellness Summit 2026 zusammen. Unter dem Stichwort Neurowellness gelten Atemarbeit, Yoga und Feldenkrais als Medizin für das Nervensystem, teils werden sie in klinischen Settings bereits gegen Stress, chronische Schmerzen und psychische Belastung verordnet. Weitere Trends sind Longevity im Alltag mit Fokus auf Gesundheitsspanne, personalisierte Pläne auf Basis von Biomarkern und Wearables sowie ein reiferer Umgang mit Darmgesundheit.
Quelle: yogajala.com, 26. März 2026Zum Originalartikel →
Achtsamkeitstraining kann zu veränderten Bewusstseinszuständen führen
Ein Team der University of Cambridge um Julieta Galante untersuchte, ob Achtsamkeitstraining Erfahrungen von Einheit oder Körperlosigkeit auslöst. Grundlage war eine randomisierte Studie mit 670 Teilnehmenden, die ein Jahr später befragt wurden. Wer Achtsamkeitstraining erhalten hatte, berichtete etwa doppelt so oft solche Erfahrungen wie die Kontrollgruppe, und mehr formale Praxis ging mit häufigeren Erfahrungen einher. Die Forschenden betonen, dass diese Zustände nicht immer angenehm sind und Lehrende darauf vorbereitet sein sollten.
Quelle: University of Cambridge, 17. Juli 2024Zum Originalartikel →
07. Oktober 2026
Achtsamkeit reduziert Depressionen, besonders bei frühen Traumatisierungen
Ein Team um Eric Loucks untersuchte 201 Teilnehmende. 101 davon absolvierten ein achtsamkeitsbasiertes Programm zur Blutdrucksenkung, 100 erhielten erweiterte Standardbetreuung. Nach sechs Monaten zeigten sich bei der Achtsamkeitsgruppe deutlich weniger depressive Symptome. Besonders stark profitierten Menschen, die in der Kindheit Vernachlässigung erlebt hatten. Bei Menschen mit Missbrauchserfahrungen war der Trend ähnlich, aber schwächer.
Quelle: Brown University, 5. Februar 2026Zum Originalartikel →
Meditation kann das Gehirn in 7 Tagen umgestalten
20 gesunde Erwachsene machten an einem 7-tägigen Retreat teil, mit rund 33 Stunden angeleiteter Meditation. Vorher und nachher wurden Hirnscans (fMRI) und Blutproben ausgewertet. Die Aktivität in Regionen für innere Gedankenmuster nahm ab. Das Blutplasma förderte im Labor das Wachstum von Neuronen, und die natürlichen Schmerzmittel im Blut stiegen. Die Studie ist klein und stammt aus einem Retreat unter Leitung von Joe Dispenza. Sie sollte deshalb mit Vorsicht gelesen werden.
Quelle: ScienceDaily / UC San Diego, 7. April 2026Zum Originalartikel →
Wellness-Trend: Anti-Optimierungs-Bewegung erobert den Markt
Der Artikel beschreibt eine Abkehr von Selbstoptimierung hin zu bewusster Entschleunigung. Als Beispiele nennt er ein Anti-Tracking-Wearable mit rund 15.000 Wartelisten-Interessenten, Barfußschuhe und Holzhütten-Aufenthalte mit einem Lärmlimit von 45 Dezibel. Eine Expertin warnt vor ungeprüften Biohacking-Trends. Für ein langes Leben seien Bewegung, pflanzenbasierte Ernährung, Schlaf und Tabakverzicht gut belegt.
Quelle: ad-hoc-news.de, 11. September 2026Zum Originalartikel →